
machart.
Die Machart als weiteres Qualitätsmerkmal eines Schuhs bezeichnet die Bauweise der Schuhe, also die Verbindung von Schaft und Boden. Genähte Macharten garantieren optimale Passform und Tragekomfort sowie Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit. Ein genähter Schuh kann sich dem Fuß und dem persönlichen Bewegungsablauf seines Trägers perfekt anpassen. László Schuhe werden je nach Modell in rahmengenähter oder zwiegenähter Machart gearbeitet.
Die rahmengenähte Machart macht jeden Schuh zu einem wahren Meisterstück. Sie hat ihren Namen von dem schmalen Lederstreifen (=Rahmen), der rings um den Schuh angebracht ist und Schaft und Sohle zusammenhält. Ursprünglich wurde diese Machart in Handarbeit durchgeführt; mit Erfindung der Einstechmaschine 1869 und der Doppelmaschine 1870 durch Charles Goodyear wurde diese Fertigungstechnik auch „Goodyear”-Verfahren genannt.
Die sogenannte Einstechnaht verbindet zunächst den sorgfältig gearbeiteten Schaft aus Ober- und Futterleder mit der Brandsohle und dem Rahmen. Der Hohlraum in der Brandsohlenunterseite wird mit einer Ausballmasse gefüllt. Zur Versteifung von Absatz und Mittelfußbereich wird im hinteren Teil des Schuhs gleichzeitig das Metallgelenk eingesetzt. Die zweite Naht wird als Doppelnaht bezeichnet und hält die Zwischen- bzw. Laufsohle mit dem Rahmen zusammen. Bei den gummibesohlten Modellen wird dann die Laufsohle direkt auf die Zwischensohle geklebt.
Aufwändiger ist die Bodenkonstruktion bei den lederbesohlten Modellen: Der durch das Doppeln in der Lederlaufsohle entstandene Nahtriss wird zunächst mechanisch verschlossen, um den Verschleiß der Naht und das Eindringen von Staub und Feuchtigkeit zu vermeiden. Anschließend wird der aufgebaute Lederabsatz befestigt und die überstehenden Lederränder gefräst bis der Schuh seine endgültige Form hat. Beim aufwändigen Ausputz erhält die noch unbehandelte Ledersohle den letzten Schliff und so der Schuh seine hochwertige Optik.
Die zwiegenähte Machart entstand durch das Abwandeln des Rahmennähens. Grundsätzlich werden rahmen- und zwiegenähte Schuhe gleich gefertigt. Beim zwiegenähten Schuh ist durch den breiteren, nach außen gewinkelten Rahmen die Einstechnaht auf dem Rahmen sichtbar. Beim rahmengenähten Schuh ist durch Umschlagen des Rahmens die Einstechnaht nach innen gekehrt und somit unsichtbar, was ihm eine feinere und elegante Optik verleiht.
